Informations- und Kommunikationstechnik
Kriminalistische und strafrechtliche Probleme

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Zu diesem Thema veranstaltete der Fachbereich Polizei - Studienort Gießen - im Herbst 1998 ein gemeinsames Seminar mit Studentinnen und Studenten der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, welches finanziell vom Förderverein der Verwaltungsfachhochschule unterstützt wurde. Das Seminar war in zwei mehrtägige Blockveranstaltungen gegliedert, wobei der erste Teil in Gießen und der zweite Abschnitt in Sachsen-Anhalt stattfand. Von Seiten der Universität wurde die Veranstaltung betreut von Prof. Dr. Hans Lilie und seinen Mitarbeitern. Die Organisation und Vergabe der Referatsthemen für den ersten Abschnitt in Gießen hatten Prof. Dr. Steffen und ich übernommen.


Die Diskussion um das Internet ist in fast aller Munde. Die rasante Entwicklung dieser Informationstechnik hat weitreichende Auswirkungen. So bestimmen computer-orientierte Kommunikationstechniken in zunehmenden Maße weite Bereiche des täglichen Lebens. Die Nutzung des Internets dürfte bald in vielen Haushalten zum Standard gehören. Die Kreditkarten und EC-Kartensysteme mit ihrem elektronischen Zahlungs- und Auszahlungsmöglichkeiten werden inzwischen ergänzt durch ein umfassendes Computerbanking-Angebot. Bild der Seminarteilnehmer vor dem BKA WiesbadenDiese und weitere neue Techniken gewähren aber nicht nur bisher unbekannte Nutzungsmöglichkeiten für den Anwender, sondern eröffnen auch ein ungeheuer großes Betätigungsfeld für Straftäter. Die vielfältigen Rechtsfragen im Zusammenhang mit diesen neuen Informations- und Kommunikationstechniken sowie die Erscheinungsformen krimineller Verhaltensweisen in diesem Bereich sollten im Rahmen des Seminars näher untersucht werden.

Für den ersten Teil des Seminars in Gießen konnte ein Referent des hessischen Landeskriminalamtes gewonnen werden, der einen Überblick über das Lagebild der IUK-Kriminalität gab. Anschließend beleuchteten die Studierenden des Fachbereichs Polizei einzelne Erscheinungsformen der aktuellen Computerkriminalität wie zum Beispiel die Telefonkartensimulatoren. Mit dem Seminar verbunden war eine Exkursion zum Bundeskriminalamt, wo wir vom Vizepräsidenten Herrn Falk begrüßt wurden. Die Mitarbeiter des Kriminalistischen Instituts beim BKA gewährten interessante Einsichten in die technischen Bekämpfungsmöglichkeiten und stellten u. a. die Funktionsweise der Magnetmikroskopie zur Sichtbarmachung von Daten auf beschädigten oder manipulierten Datenträgern vor. Der Leiter des Studienortes Gießen Kriminaldirektor Rainer Struth gab insbesondere den Studierenden der Universität im abschließenden Vortrag nicht nur intensive Einblicke in die polizeiliche Praxis, sondern trug maßgeblich durch seinen persönlichen Einsatz zum Gelingen der gesamten Veranstaltung bei.


Seminarteilnehmer Naumburg


Der zweite Teil des Seminars fand einen Monat später in Roßbach bei Naumburg in Sachsen-Anhalt statt, an dem aus Gießen einige studierende Aufstiegsbeamte teilnahmen. Die Studierenden der juristischen Fakultät versuchten, die kriminalistischen Problemstellungen aufzuarbeiten und es entwickelten sich interessante Diskussionen. Ein interessantes Rahmenprogramm, u. a. mit einer Besichtigung des Naumburger Doms, rundete die überaus gelungene Veranstaltung ab.

Text /Bilder: Wolfgang Große, VFH Gießen, Fachbereich Polizei




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